Inzwischen traditionell, zum siebten Mal, das „Kamingespräch“ im Schloss Freudenberg. Dieses Mal war unser Gast auf dem roten Sofa eine Persönlichkeit aus dem Sport: Alf Mintzel.

Über neun Jahre hat der sympathische Fußballer für den SV Wehen-Wiesbaden professionell Fußball gespielt. Nun hat er seine aktive Profi-Laufbahn beendet und startet zu neuen Ufern.

Moderiert wurde der Abend mit Sachverstand, souverän von unserem Mitglied Uwe Lauer.

Alf Mintzel (37 Jahre alt) der nicht in das Klischee eines einfältigen Fußballers passt, sondern konkret, humorvoll, schlagfertig, keiner Antwort verlegen aus seinem Leben erzählte. – In dem kleinen Ort Rimpar bei Würzburg wurde er bei disziplinarischer Erziehung seiner Eltern, besonders seiner Mutter, reif für das Leben erzogen. Normaler Schulbesuch bis zum Abitur. Die Freizeit gehörte von klein an dem Fußball der beim ASV Rimpar begann. 2003 ging es zum Zweitligisten Greuther Fürth. Die nächste Station war 2005 Offenbacher Kickers, mit der er 2005 in die 2. Bundesliga aufstieg, „das erste Mal einen Aufstieg zu erleben, dabei zu sein, ist unbeschreiblich geil!“ Danach Wechsel nach SV Sandhausen, dem 3. Ligisten. Zur Sasion 2010/11 wechselte er zum Ligakonkurrenten SV Wehen Wiesbaden. Hier war er die Integrationsperson, der Leitwolf in der Mannschaft, das Vorbild für die jüngeren Spieler die auf seine Ratschläge hörten, auch der verlängerte Arm des Trainers auf dem Spielfeld.

Besondere Erfolge bei SV Wehen unter anderem war im Mai 2016: mit seinem Last-Minute-Tor zum 3:1 in der Nachspielzeit gegen den VfB Stuttgart (2. Mannschaft) war der Verbleib in der 3. Liga gesichert. – Aber dann die Gänsehaut-Relegationsduelle gegen FC Ingolstadt, bei denen Alf Mintzel wieder eine entscheidende Rolle spielte, im Rückspiel in Ingolstadt war er es wieder, der das Tor in die 2. Bundesliga schoss im Vollgasmodus. –
Nach diesem 3:2 Sieg in Ingolstadt hat Alf Mintzel das Ende seiner Profilaufbahn verkündet und wird sich künftig beim SV Wehen Wiesbaden mit seiner Erfahrung im Marketingbereich einbringen.

Alf Mintzel bedankte sich bei den Fans: „Ich will es fast Liebe nennen, die ihr mir entgegengebracht habt . . . ich werde meine aktive Laufbahn beenden. Es hat ein wenig Überwindung gekostet, aber ich denke, es ist an der Zeit, mit diesem positiven Erlebnis den Cut zu machen und aufzuhören. Es war eine tolle Zeit!“ SVWW-Coach Rüdiger Rehm erklärte zum Abschied des Urgesteines: „Was Alf geleistet hat, ist unglaublich. Er hat diesen krönenden Abschluss (2. Bundesliga-Aufstieg) verdient!“

Jetzt hat er endlich auch Zeit sowie Freiräume für seine Familie, seiner Frau und seinen zwei Jungs Jonne (6) und Finn (10). Zeit auch für sein Hobby, dem Angeln beim ASV Niedernhausen, mit seinem langjährigen Weggefährten Thorsten Barg aus Walluf, Rheingau. Thorsten Barg ist bei der SG Walluf Trainer und Alf kickt hier noch mit. Denn: „Von 120 auf Null, das kann man ohnehin nicht machen. Das wäre auch gesundheitlich höchst riskant. Da wirft man nicht einfach die Schuhe über die Kippe. Ich gehe das in Walluf ganz unbeschwert an und bin froh, nicht mehr den ganz großen Druck zu haben. Ich freue mich einfach mit den Jungs Fußball zu spielen.“ Das ist Alf Mintzel wie er lebt,
durch und durch Sportler mit Begeisterung und hohem Engagement.

Schiller 24. Oktober 2019

Fotos: B. Nendl, SloGA